21.09.2026
42 Absolventinnen und Absolventen der Humanmedizin in Nürnberg feiern ihren Abschluss. Am Ende ihres Studiums an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) legten sie im Historischen Rathaussaal das ärztliche Gelöbnis ab. Viele beginnen nun ihre Karriere am Klinikum Nürnberg.
Glückwünsche, Zeugnisse, Sekt und Blumen: Für 42 junge Medizinerinnen und Mediziner endete mit der Abschlussfeier eine intensive Studienzeit. Familien, Freunde, Universitäts- und Klinikumsvertreter begleiteten den Studienjahrgang 2021, als er am 18. September im Historischen Rathaussaal mit einem „Gaudeamus igitur“ im Chor verabschiedet wurde.
Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König ließ den 23 Absolventinnen und 19 Absolventen seine Gratulation ausrichten – normalerweise ein Stammgast der Feier, war er diesmal kurzfristig verhindert. PMU-Rektorin Assoz.-Prof. PD Dr. Annemarie Weißenbacher würdigte die Leistungen des Abschlussjahrgangs im „schönsten Studienfach“. Ihr Rat: „Im Arztberuf gibt es herausfordernde Momente. Bitte achten Sie auch auf sich selbst.“
20 der 42 neuen Ärztinnen und Ärzte möchten direkt am Klinikum Nürnberg weitermachen, wo sie im Studium die ersten Schritte machten. Dass der Region und dem Haus so viel Medizinnachwuchs erhalten bleibt, freut besonders Prof. Dr. Achim Jockwig, den Vorstandsvorsitzenden des Klinikums. „Wir wissen, was wir an Ihnen haben. Sie sind hervorragend qualifiziert und kennen viele Abläufe bei uns schon gut“, sagte er und dankte den Familien für die Unterstützung auf diesem Weg.
Eintreten gegen Diskriminierung und Ausgrenzung
Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Hans Herbert Steiner fand nachdenkliche Worte, bevor er das Genfer Gelöbnis verlas und die Diplomurkunden überreichte. Die Grundsätze aus dem Gelöbnis, sagte der frühere Neurochirurgie-Chefarzt, bildeten die Richtschnur, um ärztlich frei von äußeren Vorgaben und abweichenden Meinungen handeln zu können. „Lassen Sie sich davon leiten, sollte es irgendwann einmal schwierig werden, gemäß Ihrer eigenen ärztlichen Überzeugung zu entscheiden.“ Aufgabe der Medizin sei es, Menschen in ihren verletzlichsten Momenten beizustehen. Steiner wünscht dem Nachwuchs dafür das nötige Rückgrat: „Bringen Sie ruhig Ihre Ideen, Kreativität, Neugier und auch den Humor ein. Lassen Sie sich nicht von Routinen und Alltagswiderständen abbringen.“
Dr. med. univ. Melinda Schwendner und Dr. med. univ. Dustin Müller betonten in ihrer Absolventenrede die Freundschaften und Vertrautheit, die den Jahrgang in den fünf Studienjahren zusammenschweißten. Der Wert dieser gewachsenen persönlichen Verbindungen lasse sich in keinem Zeugnis wiedergeben. Zwei Absolventinnen und ein Absolvent bestanden mit Auszeichnung; viele weitere erhielten Anerkennungen für soziales Engagement oder exzellente Diplomarbeiten.
Den Festvortrag hielt Univ.-Prof. Dr. Simon Jäger, der Leiter des Instituts für Klinische Pharmakologie, den die Studierenden schon mehrfach als „Teacher of the Year“ auszeichneten. Jäger erinnerte sich an seine eigenen ersten Schritte als Assistenzarzt und wie sehr ihn beim Erfahrungsgewinn jene Kollegen prägten, die sich im Dienst zugewandt, verantwortungsbewusst und umsichtig zeigten, im Jargon also „safe“ („verlässlich“) für die Jungen waren. Medizinisches Wissen allein genüge nicht, der Beruf erfordere es, Position zu beziehen.
Dazu zählt Jäger auch, gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit im Krankenhausalltag einzutreten, indem man dafür seine Komfortzone verlässt und jemandem in einer konkreten Situation etwas entgegensetzt. Der Pharmakologie-Professor erhielt viel Applaus für seine Herzensbotschaft: „Ich glaube, dass eine starke Haltung gegen Diskriminierung und Intoleranz zum ärztlichen Beruf gehört. Wir Ärzte müssen die Chancen und Vorteile einer multikulturellen Gesellschaft würdigen und ihre positiven Seiten fördern.“ Ärzte seien hier als Führungspersonen gefragt.
Bewerbungsphase für das Studienjahr 2027/2028
Nach der offiziellen Feier stießen die Absolventen in der Ehrenhalle mit ihren Familien, Freunden und den Gästen an. Ein Jahrgang mit außergewöhnlich großem Zusammenhalt seien sie gewesen, war aus Dozentenkreisen öfter zu hören. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Termin und Ort für eine Wiedersehensfeier im Jahr 2031 schon feststehen.
Wer sich für ein Humanmedizin-Studium an der PMU in Nürnberg interessiert, kann sich ab dem 1. November 2026 für den Studienbeginn 2027 bewerben. Am Studienstandort Nürnberg stehen 55 Studienplätze zur Verfügung.
Alle Informationen zum Studium, zur Bewerbung und zu Finanzierungsmöglichkeiten gibt es unter: Die PMU in Nürnberg / Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Bild oben: Ein erleichterter Absolvent des Studienjahrgangs 2021 freut sich im Historischen Rathaussaal über sein Diplom.
Fotos: Giulia Iannicelli